Exorzismus

 

Es gibt nicht Gott und Teufel;

Es gibt nur Vertrauen in das Leben und die Fehlbarkeit des menschlichen Geistes.

 

Wenn man sich die Geschichte des Exorzismus anschaut, fallen einem schnell die extremen Fälle ins Auge. Berichte über verwirrte Seelen, die übermenschliche Kräfte entwickeln und in fremden Zungen reden. Aber wogegen wehrt sich so ein Mensch? Ist dieser wirklich besessen?

 

Ich mag es die Dinge erstmal beim Wort zu nehmen. Besessen klingt doch sehr nach Besitz. Wer ist also Herr im Hause und lenkt den Menschen? Sind es familiäre Strukturen, erschaffen von Individuen, die womöglich gar nicht mehr präsent sind? Oder sind diejenigen, die diesen Menschen beeinflussen, noch sehr lebendig und präsent und andere sollen dabei unterstützen den Betroffenen zu "brechen"? Oder aber sind die Regeln der Gesellschaft das Problem und der dadurch entstehende, emotionale Druck? Ist am Ende der Besessene nur ein Ventil für andere?

 

Ich habe schon viel in meinem Leben gesehen, was die meisten wohl eher zu vermeiden suchen und meine Antwort auf die Frage nach Exorzismus ist: Der sogenannte Exorzismus, die Loslösung von den Strukturen anderer, ist nur dann kritisch, wenn etwas im Hier und Jetzt nicht rund läuft! Ein Lebewesen wehrt sich nur aus guten Gründen - das ist meine Erfahrung. 

 

Die Stimmen, die uns leiten...

 

Man hört immer von Stimmen, die Betroffene hören und die sie zu Taten drängen, die sie später meist bereuen. Meine Erfahrung: Gott spricht nicht! Gott kann ich fühlen, Gott kann ich verstehen, aber Gott kann ich nicht hören oder mit ihm diskutieren. 

 

Solche Stimmen sind eine Form von Manifest innerer Muster und Strukturen, die wir angenommen haben. Nein, Dämon sind das nicht und nein, den Teufel gibt es auch nicht... aber die Muster fehlgeleiteter Menschen, die gibt es. Gerade als Kinder sind wir für vorgefertigte Meinungen sehr empfänglich und Prägungen entstehen nicht nur durch Worte oder Handlungen sondern vor allem durch Vorbilder. 

 

Eine Diskrepanz, ein innerer Konflikt entsteht dann, wenn sich die Realität und diese Muster nicht decken. Sowas fängt bei ganz lapidaren Dingen an, dass ein bestimmtes Verhalten nicht mehr zeitgemäß ist oder an dieser Stelle nicht von Nöten. Eine Diskrepanz kann aber auch tiefergehender Natur sein und leider können wir an unsere Kinder auch Missverständnisse weiter geben. Missverständnisse darüber, wie das Leben funktioniert. Vorurteile, Aberglaube, Zugehörigkeit und mehr sind unser Problem und nicht Dämonen.

 

Wenn man jetzt bedenkt, wie lange uns allen schon Angst gemacht wird vor dem Teufel und seinen Dämonen, verwundert mich nicht, dass Menschen übermenschliche Kräfte entwickeln um sich ihren "Dämonen" (ihren Abhängigkeiten?) nicht stellen zu müssen. 

 

Die meisten werden mir in meinen Ausführungen diesbezüglich nicht folgen können... aus Selbstschutz. Aus Angst vor Dämonen, aus Angst vor Besessenheit, aus Angst vor Erkenntnis und dem Leben. 

 

Luzifer, der Lichtbringer... eine klare Gefahr für die Kirche, die leider mehr an Worte glaubt, an fragwürdige Worte und Stimmen, die zu Propheten sprachen, anstatt dem Gefühl zu folgen, zu wachsen und zu reifen. Welch Segen sind da die Wissenschaften (Ironie off!), die den Glauben auch noch glauben beweisen zu können... die Schergen der Kirche, die uns vor eigener Erkenntnis schützen sollen. Versteht mich nicht falsch, die paar einfachen und logischen Gesetze der Natur stelle ich nicht in Frage - die Schlussfolgerungen von Menschen aber schon.

 

Ich weiß nicht, ob eine moderne Therapie die bessere Lösung bei solchen Ungereimtheiten ist, aber ein klassischer Exorzismus ist es sicherlich nicht.

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