Konsum

Quelle pixabay
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Vor vielen Jahren habe ich in einer Fernsehdebatte zum Thema "erneuerbare Energie" weise Worte von einem Vertreter der offshore Windkraftanlagen gehört, der sinngemäß sagte, dass es in Zukunft nicht darauf ankommen wird, womit wir Energie erzeugen, sondern wie viel wir wirklich brauchen, sprich, unser Konsum entscheidet.

Ich bin Mitte der 70er Jahre geboren und habe schon früh einen guten und vielfältigen Bezug zur Natur gehabt. Seit Ende der 80er Jahre, so würde ich behaupten, konnte ich jede Veränderung dann noch spürbarer und bewusster erleben. Wie viel sich alleine in den vergangenen 30 Jahren in Sachen "wahrnehmbare Veränderungen in der Umwelt" getan hat, ist für mich rückblickend erschreckend. Hauptverantwortlich aus meiner Sicht: unser aller Konsumverhalten.
Auf die Details muss ich nicht näher eingehen, denn wer etwas denken, fühlen und sich zu informieren weiß, kann mir auch blind folgen.
Seit ein paar Jahren ist die Traurigkeit in mir über diese Veränderungen vermutlich ebenso exponentiell wachsend, wie die Auswirkungen auf unsere Umwelt selbst. Die Flucht nach vorne in die Digitalisierung sehe ich persönlich nicht als Weg zur Lösung.
Ich sage mir oft, dass es einfach so ist und ich lernen muss mit dem zu leben, was mich umgibt, aber das fällt mir so schwer zu akzeptieren. Manchmal überkommt mich die Wut, wenn ich unsere Überflussgesellschaft sehe und ihre oft selbstgemachten Leiden zur Ablenkung vom eigentlichen Leid der Natur. Dann fühle ich mich wieder wie gelähmt und weiß nicht, wie es weiter gehen soll... und dann geht es weiter. Es wird nur nicht wirklich leichter und dann möchte ich ausbrechen, wieder ins Ausland, wieder weiter südlich leben, aber wenn ich ehrlich mit mir selbst bin, weiß ich, dass die Auswirkungen auch da schon längst angekommen sind und die Orte, nach denen ich mich zurück sehne, nicht im Süden sondern in der Vergangenheit liegen.
Meiner Trauer darüber und dass ich meinen Kindern niemals die Erfahrungen zugänglich machen kann, die ich noch machen durfte, ersticken meinen Tränen. Was haben wir in unserer Überheblichkeit und Arroganz aus dieser Welt gemacht? Und jetzt mit all dem Geld, das nichts mehr wert ist? Können wir die Probleme damit weg kaufen? Wohl kaum.
Ich erziehe meine Kinder heute mit einem noch bestmöglichen Bezug zur Natur und versuche ihnen beizubringen, dass ihre Aufgabe darin bestehen wird aufzuräumen; eine Aufgabe für Generationen bis deren Enkel irgendwann wieder in sauberem Wasser schwimmen und saubere Luft atmen können. Bitte, hilf' auch du unseren Kindern und denke täglich für nur eine Minute darüber nach, was du wirklich brauchst! Du sollst dich nicht selbst kasteien oder die Schuld anderer auf dich nehmen, aber jeder einzelne, der angemessen konsumiert, zählt.

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