Glücklich sein

Quelle pixabay.de
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Ich tue mich schwer einen Text über dieses Thema zu schreiben; Gefühle allgemein zu "erklären" widerstrebt mir, da ich diese lieber lebe...

 

Im Grunde ist Glück gar nicht so schwer - kurzfristig ist es die gelungene Mischung aus <Momenten für mich> mit <Momenten, in denen ich meine Erlebnisse mit anderen teilen kann>. Glück im Leben ist nur wenig komplizierter, denn je mehr Tage ich im Leben tägliches Glück erfahre, desto größer ist das, was man heute in Fachkreisen Resilienz nennt.

 

Warum werden dann Menschen aber trotzdem noch krank, leiden oder sterben, wenn Glück doch so einfach ist?

 

Naja, dass Menschen auch sterben müssen, können wir nicht verhindern, ansonsten fängt alles, wie so oft, bei der Basis an: Wie definiere ich die <Momente für mich>? Was tue ich in der Zeit? Was habe ich von anderen gelernt oder lerne es immer noch, wie man sich gut um sich selbst kümmert? Das Glas Wein am Abend, die Zigarette in der Pause, der Kaffee morgens am gemeinsamen Frühstückstisch; ist es das, was mich für den Moment glücklich macht? "Glücklichmacher"?

 

In dem Moment, wo ich Stimulanzien in meinem Körper brauche um mit mir zufrieden sein zu können, erlebe ich keine <Momente für mich>. Momente für mich erlebe ich ausschließlich in einer intakten Umwelt, die mal nicht ihren Fokus auf mich hat, sondern wo ich Beobachter, wo ich Betrachter sein darf und kann und für einen Augenblick nicht das Gefühl habe eingreifen zu müssen.

 

Schwierig schwierig in der heutigen Zeit, denn genau das fehlt uns so oft: Zeit und Raum... und eine intakte Umwelt? Wo findet man so etwas noch? Meditationsgruppen sind schon vor Jahren aus dem Boden geschossen, wie die Krokusse im Frühling aus dem Boden und die Yogaszene erlebt immer noch einen Hype, weil unsere Natur zu Grunde geht, es an äußeren Ruheplätzen fehlt und die neue Orientierung in uns selbst und untereinander stattfinden soll - wir sollen uns an uns selbst erfreuen, in dem desolaten Zustand in dem die meisten von uns sind?!?

Selbst das Sinnbild einer "intakten Familie" wird unter solchen Betrachtungen zur Farce und jetzt sollte eigentlich eine Lösung von mir kommen, richtig? Motivierende oder erleichternde Worte wären doch jetzt wünschenswert, aber ich fürchte euch sagen zu müssen, dass der erste Schritt, den es jetzt zu leisten gilt, darin besteht diese Tatsachen erstmal annehmen zu können.

 

Unsere Grundlagen zum "Glücklich sein" sind an ihre Grenzen gekommen, weil wir auf unsere Mitmenschen mehr geachtet haben als auf die Natur in der wir leben.


Die einzige Option, die uns jetzt noch geblieben ist, ist sinnvolles Handeln im Moment, uns in Geduld und Bescheidenheit üben und lernen aus wenig das bestmögliche zu machen. Ein Vorschlag, der hart klingt aber mit viel Fleiß, Würde und Spucke möglich ist und meiner Meinung nach die einzige Alternative dazu darstellt, weiterhin nach "Glücklichmachern" und Stimulanzien untereinander zu suchen.

 

Wenn nichts mehr da ist, was wir konsumieren und verbrauchen können um ein Gefühl von Glück zu erhalten, müssen wir am Ende doch lernen, wie unser eigenes Verhalten uns glücklich machen kann und dafür braucht es viel weniger, als die meisten von euch immer noch denken.

 

Traut euch! Weniger Momente mit Glücklichmachern und mehr Glück im Machen finden. Nicht virtuell, nicht auf Kosten anderer, sondern mit den eigenen Mitteln und den eigenen Händen und dann könnt ihr als Erwachsene immer noch selbst entscheiden, mit wem ihr dieses Glück teilen wollt...


Ein kleines Trostpflaster hänge ich aber doch noch an: Was, wenn alles genau so kommen sollte?!? Dann ist die Menschheit am Ende vielleicht doch nicht so "böse" und auf dem "falschen" Weg und wir könnten tatsächlich überall glücklich sein. Dafür muss der Mensch aber zuerst mal verstehen, dass er von seinesgleich alleine nichts lernen kann; lernen können wir nur von einer intakten Natur, die nichts anderes tut, als einfach im richtigen Maß zu handeln.

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