Denaturierung

Quelle pixabay.de
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"The road to hell ist paved with good intentions."
Samuel Johnson


Dieses Thema ist so aktuell, brisant und wie ein Kelch ohne Boden, weil es alle Lebensbereiche und mittlerweile mehrere Generationen umspannt... eine Generation Hubba Bubba und Walt Disney, deren Wahrnehmung sich langsam aber sicher verändert hat. Doch das war gar nicht der Anfang...

Was ist Denaturierung und wo fängt sie an?

Ich nehme einfach mal die Struktur eines Lebensmittels als Beispiel zur Erklärung, was Denaturierung ist und wo die Grenzen liegen.

Das Weizenkorn ist in seiner unveränderten Struktur natürlich, aber auch schwer verdaulich; verarbeiten wir es einen Schritt weiter und mahlen es, wird es bekömmlicher und leichter verdaubar für uns Menschen. Spalten wir es weiter auf und suchen nur nach z. B. dem Weizenprotein zur Herstellung von Seitan, einem Fleischersatzprodukt, beginnt die Veränderung, kurz die Denaturierung - Ihr merkt, die Übergänge sind fließend.

Aufspaltungen größeren Ausmaßes finden wir in der Chemie, der Physik oder in der Atomindustrie. Aufspaltung ist Abspaltung, kurz Trennung - wir trennen Zusammengehöriges - doch mit welchem Ziel?

Mit der Industrialisierung fing alles an. Durch den Fortschritt und den Einsatz von Energie aus Ressourcen wurde es möglich Prozesse zu automatisieren und tiefergehend zu beeinflussen. Sogenannte Reaktoren sorgen auch heute noch in Industrie und Chemie dafür, dass Aufspaltung und Gewinnung einzelner Bestandteile erst möglich werden. Denaturierung entsteht also durch Beschleunigung und Aufspaltung einer Substanz + evtl. Ersatz eines oder mehrerer Bestandteile durch eine Fremdsubstanz, kurz: Denaturierung ist wesentliche Veränderung.

Welches Ziel verfolgt Denaturierung?

Die wohl geläufigste Antwort darauf lautet Vereinfachung / Verbesserung. Industrie, Chemie und mittlerweile auch die Digitalisierung (die Entfremdung von natürlichen Strukturen) versprechen uns eine Vereinfachung unseres Lebens und mehr Komfort zum Ziele eines schmerzfreieren und längeren Lebens (naja, wer den Kelch nicht finden kann, muss ihn halt er-finden).

Was ist Denaturierung wirklich?

Ich gebe hier jetzt nur meine Erkenntnis preis, die auf jahrelangen Beobachtungen und Erfahrungen beruht, aber nichts desto trotz nur eine Meinung ist. Ich behaupte, Denaturierung ist nichts anderes als eine ABM - Arbeitsbeschaffungsmaßnahme - mit Hilfe derer wir unser System Körper, aber auch andere Systeme ablenken, bzw. "behindern" mit dem gewünschten Ziel mehr Zeit dadurch zu gewinnen.


Ich denke aber Zeitgewinn oder -ersparnis ist eine Illusion und der einzige Weg zur Lösung von Problemen liegt darin, sich nicht länger von Extremen und Behinderungen beeindrucken zu lassen, sondern sich sinnvoll mit ihnen auseinander zu setzen, sie zuordnen zu lernen und im Anschluss bewusst damit umzugehen.


Wohin führt der Einsatz denaturierter Produkte?


Verfremdung und Entfremdung lautet meine Antwort; wir verlieren den Zugang zu uns selbst, unserer Umwelt, unseren Mitmenschen. Unsere Wahrnehmung und die Realität gehen immer weiter auseinander und gefühlte Bedürfnisse stehen über tatsächlicher Notwendigkeit. Die Psychologie spricht in dem Zusammenhang auch von Dissoziationen und dissoziativen Störungen.


Was ist die Konsequenz aus Denaturierung und werden dadurch wirkliche Bedürfnisse hinter den Kulissen befriedigt?


Naja, was passiert, wenn sich eine Verkehrbehinderung auflöst? Der Verkehr fließt wieder und die Lage reguliert sich in der Regel von alleine. Denaturierte Substanzen sind im Grunde die Bausteine für Staumauern, hinter denen wir unterschiedlichste Bedürfnisse anstauen können. Die Stille, die durch solch einen Stau entsteht, ist aber trügerisch, denn sie hat keine Ruhe, da wichtige Prozesse durch Stauungen blockiert werden und wenn uns die Befriedigung von Bedürfnissen nicht mehr befriedigen kann, sollten wir anfangen zu fragen: wessen Bedürfnisse befriedigen wir da eigentlich, bzw. ist es überhaupt möglich als Außenstehender die Grundbedürfnisse anderer zu befriedigen?


Frage: Wenn im Einsatz denaturierter Produkte die Zeitersparnis bzw. der Zeitgewinn eine Illusion ist und wir die Bedürfnisse anderer gar nicht befriedigen können, wäre dann eine zeitgemäße Nutzung der Kapazitäten und Ressourcen und eine Rückbesinnung auf und Fürsorge für uns selbst nicht auf Dauer sinnvoller?


Denaturierte Substanzen halten in und um uns herum Bedürfnisse nur aufrecht.


Ängste, gleich welcher Art, sind am Ende nichts anderes als ein Bedürfnisstau. Jede Form von Angst, längerfristig aufrecht gehalten, erhöht auf kurz oder lang unseren inneren aber auch äußeren Energieverbrauch unnötig stark; ein unökonomisches Prinzip sondergleichen.


Das Problem resultiert dabei oft aus Missverständnissen unserer Vorbilder; Vorbilder, die die Weichen von heute gestellt haben, aber auf Grundlage einer Epoche ungünstiger Muster und Veränderungen, die man für bahnbrechend hielt.


"Wenn es drauf ankommt, sind gewohnte Muster stets schneller abrufbar als angemessenes Verhalten es je sein wird."


Zurück ins Geschehen!

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Comments: 2
  • #1

    P. S. (Friday, 19 July 2019)

    Ich kann dem Text und was er sagen will nicht folgen! Ich erkenne da nur viel unterschwellige Kritik, aber keine Antworten, wie es anders gehen soll. Mehr Ordnung und Sinn wäre wünschenswert.

  • #2

    Autor (Friday, 19 July 2019 13:08)

    Die Geschichte der Menschheit ist wie "stille Post"; am Ende kommt immer nur das an, was für den einzelnen am effizientesten erscheint und bestimmte Leute dürfen dann entscheiden, ob man das Wissen nennt, was weitergegeben werden sollte.

    Wir leben heute in einer zunehmend künstlichen Welt, vertrauend auf dem Wissen anderer, dass uns das hilft und richtig so ist, statt uns die Zeit zu nehmen mal hinter die Kulissen zu schauen.

    Ich versuche mit meinen Texten nur anzuregen, damit der einzelne am besten für sich selbst Antworten findet, wie er/sie jetzt weitermachen möchte.