Therapieren oder Tätowieren?

Diejenigen, die mich besser kennen, kennen natürlich auch Details meines Werdeganges genauer und ich habe lange und oft mit meiner Herkunft gerungen... Heute sehe ich mich in erster Linie als Mensch und sehe meine Herkunft aus einfachem, eher emotionalem Hause als Vorteil, da ich auf diese Weise auch vieles selbst im Leben entdecken und mir verdienen musste.

Zeitgleich haben mich diese extremen Gefühle auch in jungen Jahren zum Fun- und Extremsport gebracht, wodurch ich lernen musste mit extremen Impulsen einen Umgang zu finden, sie vielleicht sogar sinnvoll nutzen zu lernen.

Starke Impulse trennen meiner Meinung nach "die Spreu vom Weizen" und helfen uns in gesunden Dosen wieder Balance und Klarheit im Leben zu finden. Richtig eingesetzt werden rohe Kräfte zum Segen und verhelfen uns zu mehr Durchblick und Qualität im Leben.

Das Tätowieren ist neben all den so hochgeschätzen Dingen, die ein gesundes Leben und eine bewusste Lebensführung gemeinhin ausmachen, eine Leidenschaft, die meine Frau und ich mittlerweile seit geraumer Zeit miteinander teilen (jeder braucht ja so seine Laster?!). Tatsächlich haben wir aber auch festgestellt, dass gerade das ursprüngliche Tätowieren von Hand (hand poke) einen Impuls auf das Nerven- und Lymphsystem hat, der vieles in uns und den Menschen, die wir ab und zu "pieksen" dürfen, in Bewegung bringt.

Ich bin kein ausgebildeter und anerkannter Therapeut und habe und hatte nie vor Menschen zu therapieren. Ich sehe mich eher als Hanseat mit direkter Art, der einfach anspricht, was er sieht und wahrnimmt. Aber mir stellt sich schon in dem Zusammenhang die Frage: Was ist dann der Unterschied zwischen einer fragwürdigen Dosis Antidepressiva, Schmerztabletten oder Drogen und einer würdigen Dosis Tinte unter der Haut?, mal abgesehen von der gesellschaftlichen Anerkennung und Akzeptanz, denn das ist es doch, was den eigentlichen Unterschied ausmacht oder hat eine traditionelle Form des Tätowierens am Ende doch weniger Nebenwirkungen? Menschen, die sich trauen zu ihren Narben und Gefühlen öffentlich zu stehen, waren für mich schon immer die erstrebenswerteren Vorbilder als solche, die versuchen nur durch den äußeren Schein zu bestechen.

Ich bin schließlich auch nicht so gut als Gesundheitscoach und Berater geworden, weil ich verschlossen war und im Leben den Mund gehalten habe...

Bleibt also lieber frech, mutig, wunderbar und gerne auch ein wenig "bunt"!

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Kommentare: 1
  • #1

    Malte (Montag, 18 März 2019 15:54)

    Gute Ansage!