Angstmache vs. Aufklärung

Quelle pixabay.de
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Erziehung verläuft heute sowohl in privaten Haushalten als auch im Bildungswesen primär über die sogenannte "sanfte Gewalt" und unterschwellige Angstmache (wenn du nicht... dann...). Klare und aufrichtige Worte, eine Aufklärung über Zusammenhänge, ist eben zeit- und kostenintensiver als ein Bild von der Welt zu vermitteln, welches durch negativ behaftete Emotionen sofort und effizient ein sich entwickelndes Wesen in eine bestimmte Richtung bringt.

Das gute an "Angstmache" ist, man kann sich vor anderen hinstellen, zeigen wie gut das Kind, der Partner, die Mitarbeiter oder Schüler funktionieren und man muss nicht mal körperliche Gewalt anwenden, weil das ja "böse" ist - eine wunderbar einfache und effiziente Methode, nicht wahr?

Was machen emotionale Belastungen und feste, mentale Strukturen aber mit einem sich entwickelnden Lebewesen? Sind wir mit all der Gewaltlosigkeit vielleicht am Ende doch auf dem Holzweg?

Ich bin gegen Gewalt, in jeglicher Form und Ausprägung; ich bin aber für Vitalität, klare Worte und eine Konfliktfähigkeit, die den meisten Menschen mittlerweile eben durch Propaganda und Angstmache in Werbung, Nachrichten, oder im Bildungssystem und der Wissenschaft abhanden gekommen ist.

Wir leben heute in einer Welt, in der uns an allen Ecken suggeriert wird, dass wir alleine nicht lebensfähig sind und vorübergehende Belastungen schlecht für uns sind. Sind dann dauerhafte Belastungen leichter oder besser?

Früher mussten Familien und Lebensgemeinschaften sich gegenseitig stützen und helfen; natürlich geht da auch mal was schief, das leugne ich nicht. Heute gibt es für jedes Wehwehchen jedoch einen Therapeuten oder Doktor und wir bekommen am laufenden Band zu hören, "dass man solche Probleme heute nicht mehr in der Familie austragen muss oder sollte."; versuch nicht deinen Partner oder deine Familie zu therapieren!

Ich glaube, dass keiner irgendjemanden therapieren muss oder sollte, aber ich weiß, dass klare, aufrichtige Worte langfristig einen besseren Effekt auf eine Lebensgemeinschaft haben, als Führungsqualitäten oder unreflektierte Methoden der Angstmache, sei es vor uns selbst oder vor dem Leben.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Silvia D (Donnerstag, 20 Dezember 2018 08:33)

    Sehr geehrter Herr Buck,
    ich folgen Ihren Beiträgen schon eine ganze Weile. Am Anfang hat mich vieles an Ihren Einstellungen wütend gemacht. Auch konnte ich inhaltlich oft nicht folgen. Dennoch lese ich immer mal wieder, wenn mich ein Thema anspricht. Ich mache mir langsam Sorgen, dass mit mir etwas nicht stimmt. Die eine Seite in mir findet Sie äußerst anmaßend und überheblich, eine andere Seite findet es aber auch gut, wie offen Sie mit diesen Themen umgehen. Ich lebe nicht in Ihrer Nähe und muss mir darum keine Gedanken um die Inanspruchnahme Ihrer Dienstleistungen machen. Seit kurzem bin ich schwer erkrankt und das stellt mein Leben gerade auf den Kopf. So war das nicht geplant, ich war bisher im Beruf und in meiner Familie stark. Schwächen kann ich mir schwer eingestehen. Wie dem auch sei, ich kann Sie nicht einordnen, das ist es, was ich eigentlich sagen wollte. Einfach mal als Rückmeldung von einer gelegentlichen Leserin.
    Freundliche Grüße Silvia

  • #2

    Antwort des Autors (Donnerstag, 20 Dezember 2018 09:07)

    Liebe Silvia,
    vielen Dank für die interessante Rückmeldung und danke auch für die Offenheit zwischen den Zeilen. Für mehr Klarheit gerne einfach mal persönlich anschreiben. Herzliche Grüße, Christian Buck