Quereinsteiger

Vor nicht all zu langer Zeit galt in Deutschland neben den beiden beruflichen Bildungswegen des Auszubilden und des Akademikers noch die Möglichkeit des Quereinstiegs in einen anderen beruflichen Bereich, bzw. auf eine andere berufliche Ebene. Diese Variante sollte auch Spätentschlossenen die Gelegenheit bieten ihr Talent schließlich doch noch gewinnbringend für die Gesellschaft, die Familie und natürlich auch für sich selbst einsetzen zu können. 

 

Ich selbst war so ein Spätentschlossener, ein Spätzünder wie man so schön sagt und wagte noch mit Anfang 30 die berufliche Neuorientierung. Dabei verließ ich nicht mal maßgeblich meine ursprüngliche, berufliche Orientierung sondern war lediglich darauf hinaus meine Qualitäten und die Anforderungen an meine Person zu erhöhen. 

 

Das ernüchternde Ergebnis war, dass der Quereinstieg in Deutschland und damit ein berufswechsel sicherlich immer noch möglich ist, jedoch sind die Richtlinien hierzulande mittlerweile klar festgelegt und die besagen, Entlohnung für Arbeit erfolgt nach zwei elementaren Kritikpunkten:

 

1. Welchen Ausbildungsweg hast du beschritten?

2. Wie viel Berufserfahrung in Jahren bringst du mit?

 

Wer also aus Leidenschaft den Neuanfang wagt, wird sicherlich Wege und Mittel zur Umsetzung finden und die Unternehmen und Institutionen in Deutschland, die noch offen sind für Quereinsteiger werden sich freuen, denn die entsprechende Entlohnung für die Qualitäten, die ein talentiertes Arbeiten hervorbringt, werden zumeist bei Wertschätzung und Einstufung einer Arbeitskraft nicht bedacht. 

 

Einfacher ausgedrückt, wer einen Wechsel des Arbeitgebers und/oder des Berufsbildes anstrebt, kann dies auch heute noch bedenkenlos tun, mit einer besseren Entlohnung und Wertschätzung des Talents würde ich jedoch weniger rechnen.

 

Hinzu kommt noch, dass ein Mehrverdienst in Deutschland nicht mehr mit höherer Schaffensqualität einhergeht, sondern nur noch mit höherer Aufopferungsbereitschaft und reiner Quantität in Sachen Arbeitsleistung. Dass dieser Weg vermutlich nicht gerade dazu beitragen kann, dass Berufs- und Lebensqualität sich bei uns nachhaltig steigern lassen, kann sich ein jeder, dessen Gehirnhälften noch halbwegs gesund miteinander verknüpft sind, wohl oder übel denken.

 

Ich gehe meiner heutigen, beruflichen Tätigkeit dennoch weiter gerne und mit Freuden nach, auch wenn eine andersartige Wertschätzung von Arbeitsleistungen in unserem System wohl noch mehr als ein paar Jahre auf sich warten lässt, aber zumindest kann dann in vielen Jahren niemand über mich behaupten, ich hätte nichts gesagt und entsprechend anders gehandelt. 

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