Der Übermensch

Dominanz ist ein Thema, welches lange mein Leben bestimmt hat. Mit diesem Text möchte ich einen sehr persönlichen Einblick geben in eigene Erfahrungen - dazu ein paar einleitende Worte:

 

"Übermenschliches Verhalten zur Unterhaltung und zum Amüsement darzustellen,

ist etwas anderes, als zu versuchen ein Übermensch zu sein..."

 

Als Kinder sind wir leicht beeinflussbar - durch das Fernsehen und Videospiele, sicherlich, aber noch mehr durch unsere Bezugspersonen. Erfahren wir dort dominante Charaktere, die beständig über ihre eigenen Grenzen gehen, prägt das auch unsere Vorstellungen davon, wie die Welt zu sein hat.

 

Bei mir waren es gleich mehrere Charaktere, die versuchten etwas übermenschliches darzustellen - entsprechend groß ist dann im Laufe der Jahre die Enttäuschung, wenn man hinter die Kulissen blicken darf.

Das habe ich aber erst sehr spät verstanden. Bis dahin kreuzten dann interessanterweise Menschen mein Leben, mit denen ich überzogene Vorstellungen und Wünsche teilen konnte und versuchte entsprechende Träume zu erfüllen - sie wiederum bemühten sich dafür, eine Form von Dominanz aufrecht zu erhalten, die eine gemeinsame, "heile" Welt bewahrte - ein ständiger Wettstreit für beide ohne Raum zum Atmen.

 

Erst durch die berufliche Distanz als Coach zu Schauspielern, Models und Menschen in öffentlichen und verantwortungsvollen Positionen verstand ich wirklich, wie es hinter den Kulissen ausschaut und dass jedes Verhalten einen Preis hat und dass es Grenzen gibt, für die man einen hohen Preis zahlt, wenn man sie überschreitet.

 

Dominante Menschen entwickeln interessante Wege, damit Du "mehr" aus Ihnen machst. Mir wurde z.B. vermittelt, ich sei kein guter Vater, sei schwach, sei krank und bräuchte Hilfe, aber auch, dass in mir "mehr" stecken würde, ich ein riesen Potenzial hätte und andere Argumente, die mich weiter antreiben und über das Maß motivieren sollten. Am schwierigsten waren jedoch die unterschwelligen Botschaften.

 

Heute verstehe ich den Unterschied zwischen Übermensch und "übermenschlichem Spiel". Diese Einsicht war nicht ganz leicht, aber heute bin ich dankbar dafür.

 

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