Reich und Arm

Wir kennen das alle - wie oft verurteilen wir Sklaverei, Kastensysteme in Indien oder Ausbeutung von Angestellten in der Herstellung moderner Modeartikel in asiatischen Ländern. Um uns mit den Hintergründen dafür zu beschäftigen, brauchen wir aber gar nicht erst in die Ferne zu schweifen.

 

Wer sich mal mit der Geschichte der Region Niedersachsens etwas auseinandersetzt, wird bereits vor 1000 Jahren, und vermutlich auch schon davor, Zeugnisse darüber finden, wie ein klassisches und noch verhältnismäßig kleines Bauerngehöft aufgebaut war: man findet dort langgezogene Häuser mit Abschnitten für die einzelnen Familiengenerationen, Gemeinschaftsräume, die Lager- und Vorratsräume, Stallungen für die Tiere und die Bereiche für die "Bediensteten", die zumeist ehemalige Kriegsgefangene aus anderen Ländern, Regionen, von anderen Stämmen waren.

 

Wir leben in einer Gesellschaft, und nicht nur wir hier im Norden Deutschlands, in der die Nutzung anderer Lebewesen gleicher Art und Gattung und der ständige, olympische Gedanke des Sich-messens fortwährend für eine Aufspaltung in Schichten sorgt und gesorgt hat. Für Sklaverei oder Kastensysteme müssen wir nicht erst in exotische Länder reisen - der Verdienst einer Friseurin und die zunehmende Spaltung in Superreiche und Hartz-4-empfänger zeigen mir, dass wir im globalen Geschehen unbedingt gut mit im Rennen sind.

 

Jetzt kann ich natürlich fragen: gehört der olympische Gedanken noch in die moderne Berufswelt oder sollte er nicht lieber außerhalb in sportlichen Wettkämpfen ausgetragen werden? Ist ein Belohnungssystem für Höchstleistungen, gleich welche Nebenwirkungen diese auch immer hervorrufen mögen, noch zeitgemäß? Gibt es Berufsgruppen und Herkünfte, sozialer oder nationaler Art, die eine weniger hohe Wertschätzung dem "Menschen" gegenüber rechtfertigen dürfen?

 

Unsere Politiker reden viel davon, wie weit es Deutschland doch geschafft hat, wie stark dieses Land ist oder auf was für eine kulturell wertvolle Geschichte in Sachen Dichter, Denker und Musiker wir zurückgreifen können und dass deutsche Qualität auf dem Weltmarkt immer noch ganz oben mitspielt... sehen sie die einzelnen Worte? Mitspielen, schaffen, nur "kulturell" wertvoll?

 

In Wahrheit hat sich bedauerlicherweise gar nichts getan und wir betreiben dank eigener Ausbeutung und moderner Sklavenhaltung immer noch die selbe Art von Handel mit den Weltmächten, wie es einst unsere Vorfahren schon mit den Römern am Limes taten, und warum?

 

Weil wir uns wie Kinder und nicht wie eine erwachsene Nation aufführen. Und damit meine ich sowohl die modernen "Römer" als auch die Bauern mit Ihren Leibeigenen und da ich schon wieder genug geredet habe, hier meine Antwort auf dieses Dilemma:

 

Wir werden auf die jetzige Art und Weise nicht "mehr" oder "besser" und bedauerlicherweise gibt es für die nächsten Schritte keine bis nur wenige Vorbilder, aber wenn wir nicht länger Olympia in der dafür verkehrten Arena spielen wollen oder weiterhin Unterschiedene zwischen den Menschen machen, was den Wert des einzelnen anbelangt, dann müssen wir aufhören mitzuspielen und einen Weg finden, der nicht mehr so sehr in Extremen wie arm oder reich, gut oder bösen, schwarz oder weiß verläuft - kurz, wir müssen uns als Lebensform unserer Mitte annähern und uns endlich unseren "Geistern" stellen, damit wir herausfinden können, dass Schuld, Scharm und Angst, aber auch Gleichgültigkeit, Dominanz und Gewalt keine dauerhafte Lösung darstellen und kein Geist uns je was böses wollte, so wie auch persönlicher Wachstumsschmerz nicht unser Feind ist, sondern uns nur Grenzen aufzeigt, die wir nicht länger achtlos übergehen oder betäuben sollten.

 

Bedauerlicherweise kann ich in einem Medium zur Weiterverbreitung von Informationen wie dem Internet nicht näher ins Detail gehen, aber ich behaupte, wer mit diesen Impulsen schon etwas anfangen kann, den sehe ich bereits auf einem guten Weg und wenn Sie zu all dem hier sagen: verstehe ich Null - was will der Typ von mir?!? Denjenigen sage ich: versuchen Sie mal umzudenken und trauen Sie sich einmal die andere Seite einzunehmen - waren Sie bisher nur Angestellte, machen Sie sich morgen doch mal selbständig; waren Sie bisher nur die Hausfrau, übernehmen Sie morgen doch mal das Geldverdienen; waren Sie bisher nur ein Kind Ihrer Eltern, übernehmen Sie selbst mal Verantwortung für andere... denn es sind immer mindestens zwei Blickwinkel, die wir einnehmen können / sollten, bevor wir in einem Thema oder einem Bereich anfangen zu bewerten und daraus eine feste Meinung machen, denn:

 

die Reichen sind nicht das Problem und die Armen auch nicht - wir sind nur zu wenige, die vielfältig statt einseitig handeln... trauen Sie sich Erfahrungen zu machen und entscheiden Sie für den Moment.

 

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