Go vegan! 10 Hinweise, worauf ich achten muss, wenn ich auf eine vegane Ernährung umstelle.

Vegan sich zu ernähren ist nach wie vor voll im Trend. Eine "Lebenseinstellung", die sich im Laufe der Jahre entwickeln sollte, jedoch in einem Trend wiederzufinden, ist aus meiner Sicht eine schwierige Entwicklung und das sage ich als überzeugter Veganer. Woher meine Denkweise rührt, erkläre ich gerne näher in meinen 10 Hinweisen, worauf man bei veganer Ernährungsumstellung achten muss und warum vegane Ernährung in jedem Fall zukunftsweisend sein kann:

 

 

10 Hinweise für Sie als zukünftiger Veganer


 

1. Kinder und Heranwachsende

 

Frische und gut zubereitete Lebensmittel sind das A und O für ein gutes Gedeihen unserer Kinder - Kinder möchten aber auch ausprobieren, lernen und erfahren. Sie möchten sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen, messen und dafür brauchen sie äußerlich wie auch innerlich eine Vielfalt an Impulsen und Erfahrungswerten. Darum überlasst es bitte den Kindern, was sie essen mögen und unterstützt sie nur in der Hinsicht, dass ihr bei entsprechenden Wünschen einfach auf Qualität, Quantität und Ruhe beim Verzehr achtet.Vegan kommt mit der Zeit.

 

2. Nicht nur das Essen auch das Verhalten wird sich ändern müssen

 

Wenn ich meine Ernährung umstelle, muss sich mein gesamter Organismus umstellen; dass das nicht von einem Tag auf den anderen funktionieren kann, sollte auch jedem Nicht-Wissenschaftler einleuchten. Gerne berichten "frische" Veganer von einem Gefühl, mehr Energie zu haben - dass es sich dabei lediglich um freiwerdende Energien handelt, mit denen man aber ebenso achtsam umgehen sollte, wie mit allem anderen, wird dann gerne mal übersehen.

 

Ich bin mittlerweile seit 10 Jahren in der Umstellung auf vegan und das aus gutem Grund - gut Ding braucht Weile - vermutlich werde ich keine tierischen Produkte mehr zu mir nehmen, aber ich werde mich nicht dazu zwingen, diese Ansicht in jedem Moment beizubehalten. Nicht nur Tieren gegenüber gewaltfrei, auch mir selbst...

 

Wer A sagt, muss auch B sagen. Mit der Umstellung auf eine tierproduktfreie Ernährungsweise, müssen sich entsprechend auch körperliche und mentale Verhaltensweisen und Glaubenssätze verändern; das eine geht nicht ohne das andere. Stellt euch also darauf ein, dass sich vieles in und um euch herum in Frage stellen wird und ein 9-to-5 Job wird für euch, zumnidest vorübergehend, nicht mehr als "normal" empfunden werden (war das überhaupt jemals gut für Irgendeinen von uns?). Berufliche, familiäre, soziale und andere Belange werden sich neu in euch ordnen, aber versteht mich nicht falsch, dass ist keine Angstmache, im Gegenteil: die Beziehungen, die ihr erleben werdet, werden nach einigem Ruckeln einen viel gerechteren und ausgeglicheneren Umgang erleben.

 

Wer nur vegan essen möchte, aber nicht auch auf den Rest des Körpers hört, dem wird vegane Ernährung vermutlich eher schaden als nützen.

 

3. Mittel der Kompensation

 

Viele Veganer, die ich gesprochen habe, ernähren sich zwar vegan, leben es aber nicht entsprechend; das soll heißen, was hilft mir eine Verpackung, auf der vegan steht, wenn ich weiterhin ohne Ende raffinierten Zucker in mich reinpfeife, als Frau künstliche Hormone nehme, rauche, Alkohol trinke, Nächte lang Party mache... oh welch Wunder tut sich auf, dass der Körper dann bei "veganer Ernährung" Mangelzustände entwickelt!?! Erst denken, dann handeln; vegan sein, heißt bereit sein.

 

4. Thema Eisenmangel

 

Jetzt wird es etwas medizinisch: wofür braucht der menschliche Körper eigentlich Eisen? Ein oft kritisierter Punkt bei veganer Ernährung ist der mögliche, auftretende Eisen- und Vitamin B Mangel. Mit diesem Argument punkten die Fleisch-Vertreter immer wieder und vielen fällt dazu leider kein sinnvolles Gegenargument ein.

 

Tatsächlich brauchen wir Spurenelemente allgemein für unsere körperliche und mentale Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit. Je radikaler unser Verhalten / unsere Glaubenssätze sind, die wir im Alltag vertreten, desto höher ist generell unser Energieverbrauch (Abwehrstrukturen müssen gefüttert werden). Durch eine vegane Ernährung entradikalisieren wir uns jedoch selbst und nur die ersten Perioden sind besonders eisen- und generell kräftezehrend. Im Anschluss werdet ihr einfach nicht mehr so viel Eisen zusätzlich brauchen. Auch darum: Zeit lassen bei der Umstellung und auf eisenreiche Getreide, Früchte und andere Nährstoffe besonders am Anfang achten.

 

5. Der "Hype" vegan und seine Propheten

 

Sobald etwas "gehyped" wird, wird es auch angestoßen - gerade ein veganer Lebensstil steht für mich aber eher für Entschleunigung und Ankommen. Um gewisse Personen jetzt nicht in ein schlechtes Licht zu rücken, sage ich allgemein, ich halte nichts von den "Jüngern" der Szene, die am Ende auch nur wirtschaftliche Interessen hinter all den tollen Büchern und Produkten haben - vegane Ernährung zu essen und zu predigen, heißt noch nicht die tatsächliche Einstellung und das Verhalten hinter den Kulissen verändert zu haben. Die Intentionen und Absichten sind sicherlich gerade zu Beginn immer ehrenhaft, aber Vorsicht mit Trends, Hypes und Gurus, die sich eher vom Jubel der Jünger nähren als vom Essen - vegan sein heißt auch, über Informationszufuhr nachdenken.

 

Das Gute, so muss man allerdings zugeben, was der Trend uns gebracht hat, ist die Fülle an veganen Produkten und damit an einer größeren Vielfalt auf dem Markt, die sich zu Gunsten derer entwickelt, die entsprechend vegan leben möchten.

 

6. Sport, Bewegung und Pflege

 

Der Körper, der sich umstellen mag, möchte auch entsprechend bewegt und behandelt werden - sucht euch abseits der Mainstream-Yoga-Tempel eine nette Gruppe, die in einem ruhigen und gefühlt sicheren und herzlichen Rahmen agiert. Für einige mögen auch Selbstverteidgungsmethoden interessant sein um sinnvoll mit möglichen Fragen, Anfeindungen und generell dem Thema Gewalt umgehen zu lernen. Ich persönlich bin auch ein großer Fan von autodidaktischen Erfahrungen, aber dann bitte achtsam im Umgang mit eurem ohnehin in Wandlung befindlichen Körper und Geist.

 

Auch auf die Körperhygiene müsst ihr ein wenig achten. Umbauprozesse bringen manchmal einen intensiveren Ausstoß von Gerüchen und Pheromonen mit sich und der Körper freut sich auch von außen über reichhaltige Pflege, die die Haut gerade vormittags dankend aufnehmen wird.

 

7. Processed Food oder Rohkost?

 

Die meisten, die auf vegan umstellen, greifen gerne zunächst weiterhin zu gewohnten Farben, Formen und Geschmäckern; entsprechend sind vegane Wurst, Käse und andere sogenannte "weiterverarbeitete" Produkte zu Beginn sehr reizvoll. Processed Food hat jedoch den Effekt, dass der Körper aus den zerkleinerten Strukturen wieder sinnvolles erschaffen muss, was andere Organe in Ihrer Funktion beansprucht und Unruhe schaffen kann.

Der Abbau von Strukturen, vor allem aus der Reaktion auf Rohkost, fördert allerdings auch wieder ein wenig das Aggressionspotenzial, womit evtl. diejenigen Schwierigkeiten bekommen, die bisher Wut und Energien eher unterdrückt haben. Findet auch da die goldene Mitte.

 

8. Vegan und Emotionen

 

Damit kommen wir auch schon zu Punkt Nummer acht: emotional kann eine Ernährungsumstellung intensiver sein als jede Psychotherapie, da in den Körper abgeschobene Prozesse wieder ans Licht kommen (viel Spaß dabei - ich weiß, wovon ich rede). Sucht euch im Fall der Fälle bitte gute Hilfe und seid bei der Wahl der helfenden Hand unbedingt so anspruchsvoll wie möglich - solange ihr in der Wandlung und im Umbau seid, seid ihr nämlich auch empfänglicher für verlockende "Schnell-Lösungen" von außen; lasst euch nicht für dumm verkaufen.

 

9. körperliche Reaktionen

 

Wer einmal anfängt sich zu verändern, kann schnell süchtig danach werden - Energie ist nicht nur ansteckend, sie kann Materie auch echt anschupsen. Bei vielen, die die ersten Hürden meistern konnten, stehen schnell auch weitere Veränderungswünsche an, wie das Absetzen von Medikamenten (Pille, Schmerzmittel, Antidepressiva, etc.), der Wunsch das Rauchen aufzugeben oder nicht mehr so viel Schokolade oder Kaffee in den Körper zu lassen und sich viel zu bewegen / Sport zu treiben... Werdet nicht zu freien Radikalen!  Es ist bedauerlicherweise so, dass gerade essgestörte Menschen sich vom veganen Trend angezogen fühlen - ohne gute Substanz gibt es jedoch kein gesundes Mitgefühl...

 

Ich habe es selbst mehrfach erlebt, wie mein Körper angefangen hat zu rebellieren und neben Gewichtsverlust Dinge erlebt wie: Durchfälle mit Krämpfen, Übelkeit, Schwindel, Blutungen von Schleimhäuten und vieles mehr, weil ich zu streng mit mir war... die Naturheilkunde würde sagen, der Körper entgiftet, was ein Stück weit ja auch der Fall ist, da nicht mehr benötigte Strukturen abgebaut werden, aber zuviel Schmerz, der hochkommt, ist kontraproduktiv!!!

 

Seid in der Hinsicht gerne mutig, aber nicht übermütig, denn dadurch bringt ihr nur euch selbst und andere in Gefahr, die euch womöglich nur helfen wollen. Also immer mal wieder die Bremse anziehen, auch wenn es sich gerade so gut anfühlt, einen "Run" zu haben.

 

Unterthema Elektrosmog: zwischenzeitlich werden eure Sinne extrem wach und elektrische Strahlung kann ein Thema werden. Kein Mensch zwingt euch den Stecker in der Steckdose zu lassen, entscheidet also selbst, was ihr gerade braucht und findet die richtigen "Dosen".

 

10. Vegan für die Zukunft

 

Mein liebster und letzter Punkt, warum vegane Ernährung zukunftsweisend ist? Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, weil es ja gerade auch das spannende daran ist, genau das selbst zu entdecken, aber lasst euch soviel gesagt sein - ich habe tatsächlich in den Grundlagen kein Problem mit dem Verzehr von Fleisch und der Nutzung tierischer Produkte. Wir leben allerdings in Zeiten, in denen es meiner Meinung nach stark an Gleichgewicht und Balance mangelt und so, wie eine Fastenzeit Dinge klärt, macht vegane Ernährung am Ende nichts anderes - vegan sein, heißt aufklären.

 

...und Reformen brauchen Zeit.

 

Ich gehe auf konkrete Fragen zum Thema hier und persönlich gerne ein. Liebe Grüße an euch alle.

 

Hier geht es zur Gesamtübersicht meiner Blog-Artikel.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Der Autor (Montag, 05 Dezember 2016 13:19)

    Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass eine vegane Ernährung gut ist um mehr Klarheit im eigenen Leben zu schaffen, sie ist jedoch auf Dauer alles andere als zeitgemäß und grenzt den Menschen in seinen Möglichkeiten und auch Fähigkeiten viel zu sehr ein.

    Ich lebe mittlerweile "ausgewogen", achte auf Anbau und Herkunft der Lebensmittel und versuche das Beste aus den Gegebenheiten zu machen. Vegan kann eine Überzeugung sein, aber nur um Tiere zu schonen und dafür Menschen gegenüber rigoros zu werden - das ist es meiner Meinung nach nicht wert.