Dumme Extreme?

Ich wage mit diesem Text mal ein sehr persönliches Thema direkt anzusprechen, möchte aber kurz mit einem Zitat von Albert Einstein beginnen:


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher..."

 

Ich glaube ein jeder von uns würde sich wünschen mit diesem Mann noch einmal einen netten Plausch nach solch einer Aussage halten zu können, zumindest geht es mir so...

 

Allerdings musste er sich bei dieser Aussage auch selbst mit einschließen, was meine Sympathie ihm gegenüber kaum mindert - wer waghalsige Theorien aufstellt und Dinge feststellt, darf sich auch nicht wundern, wenn solche von ehrgeizigen Physikern in Zukunft in Frage gestellt werden, denn so funktioniert nun mal Polarität - sie polarisiert und mit jeder Feststellung erzeuge ich auch gleich das Gegenstück mit dazu, deren Entdeckung wiederum andere anspornt... ein verworrenes System unendlicher Dummheit eben.

 

Die Anziehungskraft von Extremen


Ich kann das physikalisch nicht erklären und habe auch gar keine Lust dazu, aber irgendwas scheinen Extreme an sich zu haben vor allem in Zeiten, in denen man sie verteufelt, was die Überschrift dieses Textes ja auch tendenziell vermuten lässt. Das möchte ich hiermit allerdings klarer stellen:


Ich liebe das Leben und Extreme gehören unbedingt mit dazu. Als heranwachsender Mensch kann ich Grenzen nicht (an-)erkennen ohne sie zumindest ansatzweise überschritten zu haben.


Wie viele Möglichkeiten der Legitimation zu dummem Verhalten der Mensch sich allerdings im Stande ist einfallen zu lassen, überrascht mich jeden Tag wieder von neuem:


Leistungssport | Politik | Wissenschaft | Medizin | Wirtschaft...

 

Dies alles sind nur ein paar Bereiche, in deren Ausbildung es schon schwer fällt überhaupt ansatzweise selbst gesund zu bleiben und sich nicht "impfen" zu lassen. Würden die Urväter dieser Berufszweige heute sehen, was wir daraus machen, sie würden sich nicht nur im Grabe umdrehen.

 

Ich liebe das Leben und Extreme gehören mit dazu - allerdings muss ich sie deshalb nicht mögen und das tue ich hiermit offiziell gerne kund: Ich bin kein Freund pauschalisierter und anhaltender Extreme und verurteile eine Generalisierung und Verherrlichung von Extremen in Berufen, der Bildung und in sozialen Belangen auf das Schärfste.

 

Extreme sind gut als Mittel zum Zweck um Grenzen erkennen zu dürfen, aber nicht um sie ständig und wiederkehrend zu überschreiten und da läuft in unseren Reihen mehr als nur einiges Schief.

 

Warum haben wir soviel Extremismus in unser Leben gelassen?

 

Dafür gibt es sicher viele Gründe, aber ein Beispiel, das mir besonders einleuchtend erscheint, könnte ich mir vom Ablauf her so vorstellen:

 

  • Eine Mutter bekommt einen Sohn, dem sie nicht viel bieten kann. Weil sie sich auf Grund des Drucks der anders gearteten Umwelt dafür schämt, arbeitet sie über ihre Verhältnisse hinweg, umsorgt zu sehr, statt IHRE Werte zu erkennen, nur um dem Nachfolger ein BESSERES Leben ermöglichen zu können und ist ihm dadurch gleichzeitig Vorbild und haltende Instanz in einem. Das Kind orientiert sich an dieser Mutter, die Mutter erkrankt und der Sohn beschließt Arzt zu werden um die Mutter zu retten oder wohlhabender Geschäftsmann um nie mehr solche Armut erleiden zu müssen, oder oder oder...

 

Kinders: wir vermitteln falsche Werte, wenn wir uns denken aufopfern zu müssen und Jungs und Mädels: wie viel ist ein Leben wert, das künstlich mit einem enormen Kraftaufwand am Leben gehalten oder vermehrt werden muss?

 

Menschen kommen und gehen - so ist der Lauf der Dinge. Ich sage nicht, dass Verlust nicht weh tut, aber wenn wir versuchen die Dinge zu sehr zu kontrollieren, tun wir damit niemandem gut und wenn wir das ganze noch im Kollektiv tun und uns einig darin sind, dass das so richtig ist, dann ist das alles andere als ein erwachsenes Verhalten und der Lauf hört nie auf und wird tatsächlich zum Kreislauf...

 

Also: Finger weg von generalisierten Extremen und zurück zur Aufklärung und einem gesunden Menschsein.

 

von Christian Grotheer

 

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