Triaden in der Systemik und in uns selbst

"Nur auf zwei Beinen steht es sich doch recht wackelig", denkt man schnell, geht man rein physikalisch an die Haltung eines Menschen ran. Die alten Meister des Taijiquan und anderer Bewegungskünste, sahen das noch etwas anders und so entstanden die ersten Gebilde des Menschen in Form eines Dreiecks (Der Mensch zwischen Himmel und Erde aufgestellt - 2 Beine, 1 Haupt) oder weiterführend ein Fünfeck ( Haupt, Arme und Beine) als zukünftiges Symbol für die Elementelehre in der TCM.

 

Die "Grundtriade" - Der Mensch als eigenständige, stabile Einheit zwischen Himmel und Erde

Bleiben wir aber bei der Dreiecksform, die in der Psychologie auch gerne in anderem Zusammenhang als Triade bezeichnet wird.

Laut verschiedener Bewegungskünste und auch anderer Philosophien braucht der gesunde, ausgeglichene Mensch 3 Orientierungspunkte um stabil vor allem durch die Hürden des Lebens gehen zu können. Im besten Fall liegen diese Punkte in uns selbst, aber solch einen Zustand erreichen nur die Wenigsten und dann auch nur zeitweilig... heißt es.

Daher wollen wir uns primär hier mit der äußeren Triade in Familien und Unternehmen beschäftigen:


 

Eine Hypothese: wenn Menschen unausgeglichen sind, brauchen sie eine äußere Notfallinstanz.

Bei Kleinkindern wird diese durch eine gesunde und stabile Familientriade dargestellt, die im besten Fall das Kind, gerät es aus dem Gleichgewicht, darin unterstützt wieder Balance zu finden.

 

Instabile bzw. einseitige und durch Abhängigkeiten bestimmte Elternteile fördern nun verständlicherweise nicht gerade die Balance eines Menschen, der ins Wanken gerät - je größer nun das innere (dauerhafte) Ungleichgewicht, desto kraftvoller muss die Triade sein / werden, denn: Je mehr ich im Inneren entbehre, desto größer werden die Anforderungen und Bedürfnisse nach außen - als Beispiel: Menschen mit viel Machtdurst und "Wirtschaftlichem Denken" begründen ihr Vorgehen häufig mit z.B. einer großen Menge an Menschen, für die sie ja Verantwortung tragen und sorgen müssen (etwas weniger blumig: die sie mit in Abhängigkeit gezogen haben).

Die unausgeglichene Familie als möglicher Beginn eines wackeligen Heranwachsens und noch mehr?



Solche "Führungsmenschen" bilden mit der Zeit selbst nur noch den Teil einer äußeren Triade und würden bei Wegfall einer der anderen Pfeiler vermutlich ernsthaft erkranken, wovor natürlich begründete Ängste bestehen (spezifische Ängste z.B. vor Keimen oder noch abstrakter vor Menschengruppen, Tieren oder ähnlichem sind da keine Seltenheit).


Viele unserer heutigen Manager und Menschen in Führungspositionen beschreiben eine enorme Wichtigkeit, was den Bezug zur Familie angeht - die Familie bildet ein wichtiges, äußeres Standbein, da größere Energien von einem alleine nicht mehr gehalten / bewegt werden können.


Was passiert aber nun, wenn Menschen selbst nur noch eine Säule darstellen und von Familie und Beruf gehalten werden? Was, wenn dann eine Säule fällt, bzw. sich verändert?


Fusion von Großtriaden in Unternehmen und Familien

Was passiert, wenn zwei "Triadenführer" fusionieren? Zu Fusionen kommt es, fällt bei zwei mächtigen Triaden die jeweils entsprechende Säule weg (hält nicht mehr stand) und in einer Säule entsteht eine Paarung.


 

Dann werden große "Unternehmen" noch größer, aber dadurch auch für Angriffe von außen empfindlicher und die Umwelt reagiert zunehmend skeptischer und immer weniger wohlwollend (Grund hierfür: drohende Enttarnung einer ursprünglichen Notfallinstanz des Lebens).

 

Viele Menschen bilden dann zusammen Teile eines "Ökosystems", einer (im längerfristigen Fall) einzigen Lebensform. So entstehen unter anderem womöglich Großunternehmen, Großfamilien und ähnliche voneinander abhängige und zunehmend starre Konstrukte...

 

Das alles ist möglich, wissen wir heute, aber ist es auch nötig? Wo steckt da noch der Sinn für das Ganze und bis zu welchem Maß ist sowas vertretbar?

 

von Christian Grotheer

 

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