Warum wir einigen Menschen mehr vertrauen...

Ein Blick in die Archetypi des Menschen

Warum vertrauen wir, bzw. trauen wir, einigen Menschen mehr (zu) als anderen? Sind nicht alle Menschen vertrauenswürdig? Um den Gründen dafür näher kommen zu können, müssen wir uns ein wenig in die Grundmuster des Menschen begeben um zu verstehen:


Warum wir Menschen mehr geben, die mehr geben...?!


 

Hierfür möchte ich 2 Bereiche menschlicher Natur aus biologischer aber auch psychologischer Sicht näher versuchen zu erläutern: Strukturstabilität und Eigenschaften von männlich & weiblich.

 

Menschliche Strukturen und Denkweisen setzen sich aus unterschiedlichen Faktoren zusammen; durch Strukturen erhalten wir die Fähigkeit zu eigenem Denken, Persönlichkeit, Meinung, Ausprägung von Stärken und Schwächen, Einordnung von Gut und Böse.

Menschliche Struktur und Stabilität


 

So gesehen ist Struktur etwas lebensnotwendiges für uns alle. Nun kommen wir aber zu einer kleinen Krux an der Sache. Durch feste Strukturen und Meinungen vermitteln wir Stabilität und können Überzeugungskraft leisten. Weniger positiv ausgedrückt wäre, wir überzeugen Menschen von unserer Meinung durch Unnachgiebigkeit in einer definierten Richtung.

 

Wo entstehen unsere Strukturen?

 

Da streiten sich die Gelehrten und in solchen Fällen gehe ich persönlich davon aus, dass sie "multifaktoriell" betrachtet alle Recht haben. Vorbilder, Formen der Erziehung, genetische Konstitution, Jahreszeit, Sternenbild und viele Zeichen mehr unter denen wir zur Welt gekommen und herangewachsen sind, können dementsprechend mitbestimmen über Charakter, Meinungen, Einstellungen und Tendenzen.


Gesunde Strukturen

Gesunde Strukturen sind jedoch nicht fest sondern flexibel, wandelbar und lernfähig und erzeugen dadurch auch immer einen gesunden Hauch von Zweifel bei meinem Gegenüber. Eine Tatsache, die in der Kindeserziehung bisher viel Berücksichtigung fand und Nachforschungen mit sich brachte.


 

Kommen wir nun zum zweiten Punkt: In den Grundlagen psychologischer Betrachtungen männlicher und weiblicher Charaktereigenschaften sticht im männlichen Aspekt die Aufgabe der "lehrenden" Instanz und im weiblichen die der "lernenden" Instanz immer wieder hervor.

 

Sowohl Männer als auch Frauen haben männliche Attribute in sich. Das Wort Gewalt ordnen wir z.B. gerne dem männlichen Prinzip zu und ich finde die Ähnlichkeit im Wortstamm zu "Gewollt" erwähnenswert erstaunlich.


Männliche Überzeugungskraft


weibliche Tragfähigkeit

Frauen aber auch mütterlich orientierten Männern sagt man immer wieder eine hohe Belastbarkeit und "Tragfähigkeit" nach, sprich besser aus"halten" und ertragen zu können.


 

Zunächst aber zurück zum "Lehren" und "Lernen" bzw. in einer tieferen Instanz, um es deutlicher erläutern zu können, zur Fähigkeit Dinge bewegen zu können im Gegensatz zur Fähigkeit bewegt werden zu können - das männliche Prinzip steht unter anderem für die Fähigkeit Dinge bewegen zu können, was ich nicht mit "verändern können" verwechseln möchte, denn das ist es, was viele männlich bzw. väterlich orientierte Charaktere denken zu können. Das weibliche Prinzip würde entsprechend für die Fähigkeit stehen, sich bewegen lassen zu können, was bedauerlicherweise einige verwechseln, mit "möglichst viel ertragen zu können" sei gut.

 

Um es wieder auf den Punkt zu bringen

Kommen wir nach diesen Exkursen aber um den Faden nicht zu verlieren wieder zurück zur Ausgangssituation: Warum vertrauen wir einigen Menschen mehr als anderen?



Es ist im Grunde ganz simpel - feste Strukturen und verstärkte Tendenzen zur männlichen/väterlichen Seite oder zur weiblichen/mütterlichen Seite in uns erzeugen bei meinem Gegenüber den Eindruck von Stabilität, Stärke, Wohlstand, Sicherheit, Geborgenheit und mehr. Gesellschaftlich betrachtet sind wir es gewohnt diesen und weiteren vermeintlich positiven Attributen zu folgen, da sie uns als deutliche Orientierungspunkte im Leben (eigentlich auf der Suche nach uns selbst) dienlich sind.

 

Jedes Extrem hat jedoch auch eine Kehrseite, ob es uns nun gefällt oder nicht. Dementsprechend wird ein solchermaßen geprägter Charakter ohne Ausgleich einen gesundheitlich (und damit meine ich entsprechend der Definition der WHO) hohen Preis für seine "Tugenden" zahlen...

 

Ich persönliche lebe  mittlerweile nach dem Prinzip:

"Ich vertraue jedem Menschen in sofern, dass er / sie das momentan bestmögliche aus seiner / ihrer Sicht gibt."


Zusammenfassend Vertrauen...


Wer anstrebt, dass ihm/ihr möglichst viele Menschen vertrauen und folgen, sei es nun durch die grundsätzliche Vertreterrolle der einen oder anderen Fraktion, wird einen Preis dafür zahlen - und nehmen wir einmal eine mögliche Wertung aus dieser Aussage raus, können wir tatsächlich sagen, dass jeder Mensch so leben kann, wie er möchte ohne Rücksicht auf tatsächliche Grundbedürfnisse. Der freie Wille steht über den Gesetzen der Natur.

 

Langfristig fürchte ich aber, dass die Menschen mit zunehmendem Erkenntnis- und Bewußtseinsstand bekannten fleischgewordenen-archetypischen Grundmustern nicht mehr folgen werden. Wenn wir unser aktuelles Wissen weiterentwickeln und schaffen es auch entsprechend weitervermitteln zu können, zzgl. aktueller Beobachtungen was Extreme aus unserem Lebensraum machen können, kommt der Mensch um ein Umlernen seiner gewohnten Vertrauensmaßstäbe und -muster nicht herum... und das ist gut so, denn es gilt immer noch:

 

Das Leben ist fair... und Vertrauen geht auch anders.

 

von Christian Grotheer

 

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