Nicht gestillt - ein Leben ohne Muttermilch

Der folgende Text ist eine Art Hypothese aus persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen heraus und sollte nicht als Maß aller Dinge sondern als Gedankenanstoß dienen:

 

Es ist keine Seltenheit mehr, dass Kinder ohne die mütterliche Brust aufwachsen und das Fehlen von Muttermilch wird gerade in der Naturheilkunde als etwas sehr essenzielles angesehen vor allem in Bezug auf zukünftige Krankheitstendenzen, mögliche Allergien und vieles mehr. In Teilen muss ich diesen Theorien Recht geben, empfinde es jedoch längst nicht mehr als einen Anlass zur Panik.

 

Ich selbst bekam etwa 2-3 Wochen Muttermilch und musste dann auf Grund einer entzündlichen Erkrankung nei meiner Mutter mit Ersatzprodukten also Folgemilch weiter heranwachsen. Ich hatte als Kind leicht Wutausbrüche und die ersten Allergien stellten sich mit etwa 12 Jahren ein und wurden im Laufe der Zeit eher schlimmer als besser. Akne in der Pubertät, andere Hautprobleme und weiteres kam hinzu und es dauerte eine Weile, bis ich Wege fand mich mit den entsprechenden Themen auseinandersetzen zu können.

 

Heute fühle ich mich gesünder denn je, bin im Grunde Allergiefrei und arbeite weiter an einem Leben, welches sich Grundlagen erst erarbeiten muss.

 

Was sind mögliche Erscheinungen bei diesen Kindern?

 

Mein Sohn wächst selbst auch ohne Muttermilch auf und dank ihm darf auch ich viele Dinge meiner eigenen Kindheit noch mal reflektieren. In der TCM geht man davon aus, dass über die Muttermilch primär Erd- und Metallelement mit seinen Strukturen erste Werte vermittelt bekommen. Der Vorteil für gesäugte Kinder ist in diesem Fall ein schnell aufgebautes Immunsystem mit entsprechenden Handlungs- und Denkmustern und ein mehr unabhängiges und eigenständiges Leben unter anderen Wesen - Thema Distanz/Nähe.

 

Ohne diese Impulse und die entsprechende Substanz geht man quasi "grenzenloser" durch die Welt. Übergänge zum Umfeld werden fließender wahrgenommen und man zieht sich bedauerlicherweise eher den Schuh anderer Menschen an, als die eigene Meinung vertreten zu können. Eine enorme Verbundenheit fast schon Abhängigkeit zur Umwelt ermöglicht vieles auf sehr empathische Weise zu "sehen", aber der nötige Abstand und die Erdung fehlen oft, weshalb man ohne Muttermilch womöglich schneller an anderen Menschen, Plätzen und so weiter festhält, leichter Verlustängste entwickeln kann und die Unterscheidung ich-und-mein-Umfeld schwerer zu treffen vermag.

 

Intuition und viele andere Bereiche sind deutlicher ausgeprägt, dadurch aber auch verwundbarer und solche Menschen ziehen sich auch gerne immer wieder von der Außenwelt zurück um wieder "bei sich" ankommen zu können - Grenzen sind schwer zu halten.

 

Das Gute ist, dass ein solcher Mensch aber auch die Chance hat sich freier und unabhängiger entwickeln zu können und ein Loslassen alter Strukturen deutlich leichter fällt, als es bei Menschen der Fall ist, die ihre Ideale "mit der Muttermilch" aufgenommen haben. Körperliche Erkrankungsbilder sind dementsprechend auch deutlich manifester bei gesäugten Menschen und da wundert es mich nicht, dass man genetischen Prädispositionen wissenschaftlich so wenig Wandlungs- und Bewegungsspielraum zuschreibt...

 

Was kann ich ohne feste Vorgaben aus mir machen?

 

Im Grunde steht einem Menschen ohne mütterliche Prägung vieles im Leben offen. Ohne ein eher substanzwahrendes und gesundheitsbewußtes Leben wird es jedoch schwer, Vorhaben und Ideen entsprechend umsetzen zu können.

 

Verbundenheit, Orientierung und gesundes Urvertrauen sind wichtige Lehrmeister in einem Leben ohne "Erstversorgung". Genaues Beobachten und Entschlüsseln der Zusammenhänge macht ein "normales" Leben unbedingt möglich und in meinem Fall kann ich auch diejenigen Menschen beruhigen, die gerade in letzter Zeit mir wiederholt andeuteten, dass sie manchmal das Gefühl hätten, ich könnte sie besser durchschauen, als sie sich selbst - durch große Verbundenheit und Einsicht in die Dinge entsteht auch viel Verständnis und Wohlwollen, hört man nicht auf an sich zu arbeiten.

 

In meinem Fall möchte ich behaupten, dass ich mit jedem Schritt meiner eigenen Weiterentwicklung an eben diesen Werten wachse und ich habe mal gelesen, dass ein Mensch nur soviel in der Lage ist wahrzunehmen, wie er auch entsprechend verdauen und umzusetzen weiß... diese Theorie kann ich in Gänze bestätigen, so dass eine Sorge um das, was ich womöglich bei Ihnen entdecke, völlig unbegründet ist. Im Gegenteil habe ich oft den Eindruck mehr Verständnis für viele Situationen zu haben, als die Menschen selbst, die sich von den entsprechenden Zusammenhängen noch nicht lösen können.

 

Ein Resume

 

Sobald wir auf der Welt sind und Wege finden zu überleben, hat jeder Mensch die Chance auf seine Weise ein "normales" Leben zu finden. Die Mitte und der Ausgleich sind hierfür mit Sicherheit zwei gute Anlaufpunkte, doch am Ende muss jeder für sich entscheiden, was er/sie braucht um den eigenen Weg gehen zu können, so lange er eben dauert.

 

Vieles ist möglich doch nur weniges aus meiner Sicht nötig um die Dinge zu finden, die einen selbst den größten Schmerz vergessen lassen um zu sehen, dass das Leben in all seiner Form gerecht und gut ist. Das Leben selbst urteilt nicht, wir beurteilen das Leben.

 

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von Christian Grotheer

 

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