Wie gerecht ist unser Bildungssystem?

Ich muss gestehen, ich habe mich selbst reinlegen lassen. Da ich aus einem einfachen, eher handwerklich mittelständischen Haushalt komme, in dem es gang und gäbe war auf die Akademiker zu schimpfen, ist es nicht verwunderlich, dass ich mich eher in die "Hetze" hab mit einbeziehen lassen, als noch mal über die Dinge nachzudenken, bevor unsereins den Mund aufmacht.

 

In "einfacheren" Kreisen kursieren über Akademiker bis heute Gerüchte wie: Ja ja, schön abkassieren, aber mal wieder nichts dafür getan haben...

Ich arbeite mittlerweile selbst im Gesundheitswesen - nicht als Akademiker, sondern als sogenannter Quereinsteiger - möchte aber behaupten langsam genügend Einblick in studierte Kreise zu haben, was meine unterschwellige Wut schnell hat verfliegen lassen.

 

Die Anforderungen an einen zukünftigen Arzt, Psychologen oder auch Juristen sind heutzutage höher denn je und nach einem erfolgreichen Abschluss und der Zulassung machen wir als Gesellschaft es Ihnen nicht leichter. Der entsprechende Kraftaufwand, den diese Menschen täglich für unser Wohlergehen aufbringen müssen, steht aus meiner Sicht absolut im Verhältnis zu deren Verdienst - im Gegenteil würde ich sogar eher noch behaupten, dass diese Menschen im Grunde noch dafür bezahlen uns zu helfen, bezieht man die Investitionen während des Studiums mit ein (natürlich immer davon ausgehend, dass sie ihrer Arbeit auch gerecht werden und keine unlauteren Mittel zum Erwerb einsetzen).

 

Hand auf's Herz, wieviele von uns wissen mit ihrer eigenen Gesundheit und ihrem Leben nicht angemessen umzugehen (ungeachtet der Ursachen) und wünschen sich dann von medizinischem Fachpersonal schnelle, kompetente und bessere Hilfe, als wir für uns selbst im Stande waren aufzubringen?!

 

Eine Gesellschaft, die nach zwei Weltkriegen natürlich erstmal äußerlich wieder auf die Beine kommen musste, hinkt selbstverständlich in ihrer tiefergehenden Entwicklung hinterher, was mich zu der einzig sinnvollen Aussage bringt:

 

Seien wir achtsamer mit Wissen, Worten und Taten.

 

Gehen wir nicht länger Extremen nach und lassen wir uns nicht länger von Macht, vermeintlicher Sicherheit oder anderen Attributen verlocken und damit auseinanderbringen. Wir dürfen nicht länger eine Qualität vor eine andere stellen, sondern sollten uns gegenseitig bemühen uns zu unterstützen in einem ausgleichenden Lebensstil.

 

Unser Bildungssystem oder auch andere Rechts- und Struktursysteme innerhalb unserer Gesellschaft sind nicht das Problem... die Frage sollte einzig lauten, was wir daraus machen?!

 

Kein Mensch hat es im Leben leichter als der andere und wo der eine extreme Erfahrungen in der Kindheit gemacht hat, die ihm im späteren Leben einen weiteren Horizont an Verständnis, Intuition und anderem ermöglichen, hat ein anderer es vielleicht "leichter" gehabt, muss sich diesen Horizont dann aber hart erarbeiten und ebenso verdienen, wie wir alle.

An der Heilpraktikerschule hat man uns seiner Zeit erzählt, wir würden keine Heilpraktiker durch eine Prüfung - Heilpraktiker wird man ein Leben lang... und so sollten wir es für alle Berufe halten.

 

Gute Qualität wächst und gedeiht mit der Zeit, nicht dadurch, dass wir sie erringen und erzwingen. Auf ein besseres Miteinander. Vielen Dank an Katrin und all meine Klienten, die mir jeden Tag ein Stück mehr die Augen öffnen, damit auch meine Qualitäten weiter reifen dürfen.

 

von Christian Grotheer

 

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