Wertschätzung

Wertschätzung, Verdienst, Gehalt, Entlohnung, Geld, Macht, Krankheit, Gesundheit... all diese Begriffe haben unter sich fließende Übergänge und wo die einen den Wert einer Sache lediglich an dessen Qualität und Quantität (Vorhandensein) versuchen festzumachen, bewegen sich andere auf eher energetischeren Wegen, die den Wert einer Sache an dem festlegen, welchen Wert ich ihm zugestehe.

 

In meiner Arbeit bin ich oft konfrontiert mit der Frage woraus sich der Wert einer Behandlung zusammensetzt, einer Arbeit also, die ohne materiellen Güteraustausch erfolgt. Ich behaupte, die meisten von uns haben sich noch nie oder wenig Gedanken darüber gemacht, wieviel "Arbeitsleistung" wirklich wert ist und wie man diese entlohnen sollte.

 

Gesellschaftlich haben wir uns an vielen Stellen darauf versucht festzulegen, welche Qualifikationen ein Mensch mitbringen sollte, dessen Handlung wir entlohnen möchten. Titel, Ausbildungszeiten, die Qualität und das Ansehen einer Ausbildungsstätte und vieles mehr werden durch unser System eingestuft, was ich grundsätzlich nicht ablehnen möchte.

 

Mein Bauchgefühl ist dennoch nicht zur Gänze befriedigt, wenn ich sehe, dass wir dem Menschen selbst, der im Moment der Handlung MIT uns agiert, so wenig wahrnehmen und entsprechend wertschätzen. Ob nun studierte Menschen oder solche, die durch eine harte Ausbildung gegangen sind, jeder arbeitet hart für seinen Stand in der Gesellschaft - ich möchte jedoch dahingehend anregen ein Bildungs- und Wertesystem in Frage zu stellen, welches den Menschen selbst und sein Handeln im Hier und Jetzt so sehr außer Acht lässt.

 

Mit 36 Jahren bin ich womöglich noch nicht entgültig erfahren genug für solch Rede, weiß aber um die Unterschiede der Leistungen verschiedener Menschen von Augenblick zu Augenblick und wo in einem Großbetrieb natürlich ein Maß an durchschnittlicher Wertschätzung festgelegt werden muss, da wir große Menschenmengen unmöglich jeden Tag neu bewerten können, freue ich mich doch jedes Mal wieder, wenn mich ein Klient nach der Höhe meines Honorares fragt um damit auch ein wirkliches Interesse an meiner Leistung zu bekunden.

 

Ich denke, es wäre für alle Beteiligten gut zu sehen, dass wir unsere Qualitäten auf dieser Erde  noch sehr unterschiedlich in unseren Gesellschaften und Lebensverbänden verteilt haben. Durch ein Festhalten an gesellschaftlicher Teilung schaffen wir nur mehr und mehr Extreme, die wir dann wieder honorieren müssen. Gleichberechtigung sollte nicht einzelnen Vorenthalten sein und wo viel Geld ist, fehlt es doch auch oft an Zuneigung und Liebe, während die Armen starke familiäre Verbände gründen, Ihnen der Zugang zu Geld auf legale Weise aber oft verwehrt bleibt. Abgrenzung und Aufteilung macht in schwierigen Zeiten sicherlich Sinn, sollte im Anschluss aber wieder seine Aufhebung finden, damit wir alle am Ende nicht mehr "verbrauchen" als eigentlich nötig...

 

Ergänzender Kommentar am 29.12.2014:

Stellen wir uns doch einfach mal folgende Frage, da es angeblich Menschen gibt, die leichter Ideen und Visionen hervorbringen und andere, die sich mit der Beschaffung von entsprechenden Mitteln zur Umsetzung besser auskennen:

 

Wem gehört am Ende das Ergebnis?

 

Die Antwort ist einfacher als man denkt: Es gibt keinen Besitz nur Gebrauch

 

Bedauerlicherweise haben wir diese Tatsache und ihre Wichtigkeit jedoch mit der Zeit vergessen. Wenn wir nur auf das Ergebnis Wert legen, verlieren wir das Gefühl für den AKT der Nutzung, d.h. ob es mit Liebe gemacht wurde, oder nicht. Dann passiert, was passiert ist:

 

Schlaue Menschen verdienen mehr,

Materie wird mehr konsumiert

und alle Menschen leiden.

 

von Christian Grotheer

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Karsten Krosch-Tegler (Samstag, 01 Februar 2014 12:53)

    Einem Menschen Wertschätzung entgegen zu bringen,muß nicht immer die Darbitung in,,geldlicher Sicht" sein.Ein regelmäßiges Interresse an einem Menschen zeugt auch schon von Wertschätzung.Die Aufmerksamkeit dem anderen gegenüber durch zuhöhren,dass öffnen und loslassen z.B.bei einer ,,Sitzung "bei Dir ist unbezahlbar.Wie heißt es so schön ,,Geld macht nicht glücklich" aber es erleichtert das Leben meistens.Die Menschen die viel haben sind aber meisten egoistisch und selbstherlich wie Du schon sagst.Ein Zurück zum ,,ich bin" und ,,ich will sein"im Einklang mit Natur und Umwelt und nicht das bestimmtsein durch Technik und Fortschritt.Den Blick nach links und rechts für die schönheit des Lebens und des miteinanders.Das Händereichen und Helfen,auch wenn es uns selbst nicht gut geht,bringt uns im zurückblicken, Erfahrungen und Befriedigung.Die Stärke die daraus in uns wächst,macht es uns möglich meist mit einem Lächeln das nächste zu meistern.
    Die Texte sind sehr aufschlussreich von dir und bewegen zum nachdenken.

  • #2

    Betty (Dienstag, 09 Februar 2016 21:02)

    Wertschätzung ist die Alternative zu Gedankenlosigkeit und eine kostbare Freiheit in der Welt des Siegens,Leistens und Blendens.