Hochsensibilität

 

Nachtrag: Dieser Artikel ist mittlerweile ein wenig veraltet und gibt nur einen Teil dessen wieder, was ich heute als Hochsensibilität bezeichnen würde - einen aktuelleren Artikel finden Sie HIER.

 

Hochsensibilität wird bei Wikipedia beschrieben als „ein Phänomen, bei dem Betroffene stärker als der Populationsdurchschnitt auf Reize reagieren, diese viel eingehender wahrnehmen und verarbeiten. Bis heute existiert jedoch keine eindeutige und anerkannte neurowissenschaftliche Definition des Phänomens, was Hirnforscher auf die noch in den Kinderschuhen steckende HS-Forschung zurückführen. Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Hochsensibilität wurde von der US-amerikanischen Psychologin Elaine N. Aron 1997 erstmals eingeleitet, ihre Werke gelten als der Grundstein der HS-Forschung.“

 

Ich persönlich denke, ableitend aus meiner Erfahrung mit Hochsensibilität, dass frühere Denkweisen unserer Eltern und deren Eltern dieses Erscheinungsbild hervorgebracht haben, bzw. zumindest seine Entstehung unterstützt wurde durch zunehmende Einteilung in "Stärken und Schwächen".

 

Um die Kirche nicht nur sprichwörtlich im Dorf zu lassen, sondern nicht auch noch gut und böse, Teufel und Gott, mit ins Spiel zu bringen, möchte ich Hochsensibilität anhand des Beispiels von „Stärken und Schwächen“ näher erläutern:

 

Nach dem 2. Weltkrieg war unser Land so dermaßen zerrüttet, dass aus der Not heraus gewisse Tugenden und Talente, die den Aufbau unterstützen konnten, bevorzugt behandelt wurden vor Eigenschaften, die vielleicht weniger die Tatkraft und körperliche Leistungsfähigkeit eines Menschen widerspiegeln. Diese Qualitäten wurden auch Jahre später noch als "stark und bemerkenswert" eingestuft, da sie dem Land zu wenigstens äußerlichem Ruhm und einer neuen Blüte verhalfen, jedoch innere Werte und wahres Aufarbeiten dessen, was wirklich geschehen war, nicht mit einbezogen...

 

Diese "alten" Werte werden auch heute noch, fast 70 Jahre nach den Ereignissen, in großen Teilen der Gesellschaft und der Berufswelt als Stärken angesehen. Ihr einseitiger Nutzen wird jedoch zunehmend deutlich und was passiert mit einem Helfer, der nicht mehr benötigt wird - er sorgt dafür, dass er wieder/noch benötigt wird und kämpft um seine Vorherrschaft, genau so wie die Werte, welche so lange unterdrückt wurden und nun sich u.a. in den Meinungen und Lebensweisen der Menschen kampfbereit wiederfinden, welche als hochsensibel bezeichnet werden oder sich selbst so bezeichnen, denn sie kämpfen entsprechend ihrer Werte für Gleichberechtigung und Anerkennung.

 

Ich glaube, es wäre schön, würden Hochsensible und nennen wir sie der Einfachheit halber "Tiefsensible" erkennen, dass es für beide Seiten an der Zeit ist von ihren Extremen loszulassen und nur ein Aufeinanderzugehen und Annehmen uns in unserer heutigen Zeit wirklich voranbringen kann und wir nur gemeinsam durch diese teils aufwühlenden Zeiten kommen.

 

Es gibt ein schönes Zitat, das da lautet:

 

"Äußerer Zusammenhalt, wie auch Halt für andere entsteht aus der rechten Zusammenarbeit und dem tieferen Zusammenhalt innerer Prinzipien..."

 

In diesem Sinne hoffe ich auf eine zukünftig gute Zusammenarbeit aller Werte in und um uns und die schon so oft zitierte Erkenntnis, dass wir alle nur voneinander lernen können. Vermeintliche Stärken erzeugen nur Schwächen und Schwächen sind doch nur vermeintliche Stärken.

 

Copyright, Christian Grotheer, 2013

 

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